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Die Ergebnisse zweier internationaler Forschungsprojekte zeigen, das auch
im vom Menschen unberührten Primärwald das Leben der Affen durch
Raubtiere bedroht ist. Affengruppen, die aus mehreren Arten zusammengesetzt
sind, erhöhen damit ihre Wachsamkeit gegenüber ihren natürlichen
Feinden (Leopard, Adler).
Die Diana Meerkatze (Cercopithecus diana) ist in ihrer Verbreitung auf die
Wälder Oberguineas beschränkt. Sie ernährt sich vorwiegend
von Früchten und Samen und hält sich häufig in gemischten Affengruppen
auf, wo sie durch ihre lauten Alarmrufe auffällt.
Die Mona Meerkatze (Cercopithecus mona), mit der endemischen Unterart campelli,
die nur westlich des Flusses Sassandra bis hoch zum Fluß Gambia vorkommt.
Sie bevorzugt Früchte und Insekten als Nahrung.
Der grüne Stummelaffe (Colobus verus) ist die kleinste Stummelaffenart,
gut getarnt ernährt er sich von jungen Blättern, Knospen und Blüten.
Die besonders scheue Art bewegt sich vorwiegend unauffällig in gemischten
Gruppen mit anderen Affenarten.
Im Taï-park leben mindestens zwei Halbaffenarten, das Buschbaby (rechts:
Demidoffs Galago (Galagoides demidovii)), sowie der Potto (Perodicticus potto,
links).Das Vorkommen einer dritten Halbaffenart ist noch ungesichert. Die
Halbaffen sind vorwiegend nachtaktiv, baumbewohnend und ernähren sich
von Früchten und Insekten und Baumharzen.
Die rauchgrauen Mangaben (Cercocebus atys), bewohnen, oft in großen
Gruppen die unteren Etagen des Waldes.Die geräuschvollen Tiere ernähren
sich vorwiegend von Früchten und Samen und sind häufig mit anderen
Affenarten vergesellschaftet.
Der Schwarz-weiße Stummelaffe (Colobus polykomos) ist leicht an seinem
weißen Schwanz zu erkennen. Er lebt hauptsächlich von Blättern,
die seinen besonders langen spezialisierten Verdauungstrakt passieren.
Die Helle Weißnase oder Petauriste (Cercopithecus petaurista), links,
und die dunkle Weißnase (Cercopithecus nictitans), rechts, sind reine
Baumbewohner und ernähren sich hauptsächlich von Früchten.
Der Rote Stummelaffe (Colobus badius) bildet typische große Gruppen, die ein Territorium besetzen. Ebenso wie die anderen Stummelaffenarten sind die Roten Stummelaffen Blattfresser, die einen besonders angepaßten langen Verdauungstrakt aufweisen. Im Taï-Nationalpark werden die Roten Stummelaffen von Schimpansengruppen gejagt.
Die Schimpansen des Tai-Nationalparks sind einzigartig, was ihre Fähigkeiten zum Gebrauch verschiedener Werkzeuge betrifft. Sie knacken fünf verschiedene Nussarten mit Hilfe von Holz oder Steinen. Schimpansen leben in Familiengruppen, die bis zu 80 Tiere umfassen können und verteidigen ihr Gebiet gegen Nachbargruppen.Die Männchen kooperieren bei der Jagd auf Stummelaffen und teilen das Fleisch dann mit Gruppenmitgliedern.
Schuppentiere sind hoch spezialisierte Ameisen- und Termitenfresser, mit
langen muskulösen Schwänzen und hornigen Schuppen. Schuppentiere
erbeuten mit Hilfe ihrer wurmartigen langen Zunge Termiten und Ameisen in
ihren Bauten.
Im Taï-Park leben verschiedene Schuppentierenarten. Auf den Photos ist
das Langschwanz-schuppentier (Manis tetradactyla) zu sehen, das sich bei Gefahr
zu einer Kugel einrollt.
Kleine Antilopen des Waldes werden Ducker genannt. Sie ernähren sich
von Blättern und Früchten. Im Taï-Park häufig vorkommende
Arten sind zum Beispiel der endemische Zebraducker (oben), der kleine Maxwellducker
(rechts oben) und der Schwarzrückenducker (rechts unten).
Zu den großen Antilopenarten des Tai-parks zählen der Gelbrückenducker
(Cephalophus sylvicultor, links), der Bongo (Boocercus euryceros, rechts)
und ebenfalls der endemische Jentinkducker.
Der Waldelefant (Loxodonta africana cyclotis) ist eine kleine Unterart des
Savannenelefanten. Ihr Bestand wurde durch Wilderei in den letzten Jahrzehnten
stark reduziert, aber in mehreren Partien des Parks leben auch heute noch
Elefantengruppen, dank der Maßnahmen des Projekts gegen die Wilderei.
Das Zwergflußpferd (Choeropsis liberensis) kommt nur in den Wäldern
Oberguineas vor. Im Gegensatz zum großen Flußpferd verbringt es
viel Zeit an Land, wo es sich von Gräsern und Früchten ernährt.
Schutz sucht es in Teichen, Sümpfen und Wasserläufen.
Der rötlich gefärbte Waldbüffel (Syncerus caffer, rechts) bevorzugt
lichte Stellen im Wald mit viel Grasbewuchs.
In den feuchten Senken des Waldes leben sowohl die Pinselohrschweine (Potamochoerus
porcus, oben) als auch die erheblich größeren Riesenwaldschweine
(Hylochoerus meinertzhageni), die ein schwarzes Fell tragen.
Im Tai-Nationalpark leben der Leopard, die Goldkatze und die Zibetkatze als
größere Raubtiere, die jedoch vorwiegend nachtaktiv sind.Der Park
ist Lebensraum für ca. 225 Leoparden. Ein Männchen überdeckt
mit einem Gebiet von ca. 100 km² das Territorium von vier Weibchen. Leoparden
erbeuten Ducker, Kleinsäuger, Affen und auch Schimpansen. Andere kleinere
Raubtiere des Waldes, wie die Ginsterkatzen, die vor allem auf Bäumen
leben oder die in Familiengruppen lebenden Mangusten, kommen ebenfalls mit
mehreren Arten im Park vor.